Staupe
Ätiologie:
Virale Erkrankung mit dem Para-Myxovirus, die ausser Hunde
gelegentlich auch Füchse und Frettchen befällt, und durch
Kontakt übertragen wird. Es besteht eine Korrelation zwischen
dem Krankheitsstadium des Trägers und der Kontaktdauer mit dem
nichtinfizierten Tier. Die Gefahr einer Virusübertragung
steigt signifikant mit der Dauer der Erkrankung. Die
Ansteckung mit einem Virusstamm vom Frettchen führt nach 10
bis 14 Tagen zum Exitus, erfolgt dagegen die Ansteckung mit
einem Virusstamm vom Hund, ist der Krankheitsverlauf länger,
und nach 3 bis 3½ Wochen stellen sich ZNS Störungen ein.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 7 Tagen,
unterschiedlicher Krankheitsverlauf, da es im Anschluss an die
Virusinfektion, sekundär zur Bakterienansiedlung kommt. Bei
der akuten Form treten seröser Nasen- und Augenausfluss,
Hyperämie der Ohren, Fieber und Fressunlust auf. Die
erkrankten Tiere machen einen zahmen Eindruck. Im chronischen
Verlauf (nach etwa 8 bis 10 Tagen), kommt es zur Ausbildung
von Hyperkeratose und Parakeratose der Haut vorwiegend an den
Pfoten und am Nasenspiegel beim Frettchen. In etwa 50 % der
Fälle werden auch Pusteln auf der Haut unter dem Kinn und in
der Inguinalregion der erkrankten Tiere sichtbar. In den
ersten 7 Tagen der katarrhalischen Form sind die
Krankheitszeichen häufig nicht offensichtlich, bis es zur
Ataxie und zum Festliegen kommt. In diesem Stadium ist es für
eine Therapie zu spät.
Therapie:
Bei der katarrhalischen Form symptomatisch. Zusätzlich können
Paramunitätsinducer oder Stagloban in therapeutischer Dosis
gegeben werden. Zur Bekämpfung der bakteriellen
Sekundärinfektionen Antibiotika- oder Sulfonamidgaben
(Chloramphenicol per os, Erythromycin per os, Trimethoprim /
Sulfamethoxazol per os, weiter Wasser- und Elektrolyttherapie,
parenterale Gaben von Vitamin C und Vitamin-B-Komplex
Präparaten).
Prognose:
Ungünstig bei nichtgeimpften Tieren.
Prophylaxe:
Schutzimpfung mit für Frettchen geeigneten Impfstoffen.
Feline Parvovirose
Die Angaben über das Auftreten von Parvovirose sind
widersprüchlich.
Synonyme:
Katzenseuche, Infektiöse Panleukopenie, Virusenteritis.
Symptome:
Gestörtes Allgemeinbefinden, Fieber, katarrhalisch -
hämorrhagische Enteritis, Fressunlust, Apathie. Der
Krankheitsverlauf ist akut, und der Tod tritt innerhalb von 3
bis 5 Tagen ein. Bei Jungtieren manchmal perakuter Verlauf, so
dass irrtümlich vom Besitzer der Verdacht auf eine
Intoxikation geäussert wird.
Diagnose:
Klinische Erscheinungen, sehr niedrige Leukozytenzahl im Blut
(etwa 800 bis 3000).
Therapie:
Sofortige Entfernung aller Ausscheidungen (Erbrochenes, Kot),
Rehydratation und Beseitigung der metabolischen Azidose mit
Ringerlactat unter Zusatz von Bicarbonat (nicht Lactat, da
eine Lactatazidose meistens schon besteht) und Glukoselösung.
Weiterhin Antibiotikagaben (Ampicillin) und Prednison.
Prophylaxe:
Grundimmunisierung mit Tot- oder Lebendvakzinen, dann
jährliche Wiederholung.
Hypergammaglobulinämie (HGG)
Synonyme:
Aleutenkrankheit (AK), durch das Aleuten-Virus verursachte,
dem Komplex der nichtentzündlichen Bindegewebserkrankungen
zugeordnete Plasmozytose der Nerze. Die Hypergammaglobulinämie
ist eine Erkrankung, die beim Frettchen im allgemeinen
chronisch verläuft und vorwiegend bei erwachsenen Tieren
festgestellt wird. Beim Nerz ist sie unter dem Namen
Aleutenkrankheit recht bekannt.
Ätiologie:
Aleuten-Virus.
Symptome:
Der Krankheitsverlauf ist beim Frettchen sehr langsam, mit nur
wenigen klinischen Symptomen wie Abmagerung und schwarzem,
teerartigen Kot. An HGG infizierte Frettchen können 200 Tage
überleben.
Diagnose:
Der Anstieg des Gammaglobulins auf über 20 % des
Gesamteiweisses ist verdächtig für HGG.
Therapie:
Unbekannt.
Influenza
Ätiologie:
Influenza-Virus, Respiratory syncytialvirus.
Epizootiologie:
Nach Untersuchungen weisen neugeborene Frettchen einen
äusserst niedrigen Immunglobulingehalt im Serum auf. Der
überwiegende Teil der maternalen Antikörper (lgG) wird erst
post partum über die Schleimhaut in den ersten 30 Lebenstagen
aufgenommen. Infektion von neugeborenen Frettchen, die von
ungeschützten Fähen stammen, verläuft immer tödlich, dagegen
erkrankt die Nachkommenschaft von Fähe, die immun sind, nicht
an Influenza. Auch neugeborene Frettchen von nicht
immunisierten Fähen, die aber nach der Geburt immunisierten
Fähen unterlegt wurden, blieben von der Infektion verschont.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 2 Tagen bei erwachsenen
Frettchen plötzlicher Anstieg der Körpertemperatur (40 bis
41C), Fressunlust. Apathie, Nasenausfluss.
Diagnose:
Antikörpernachweis im Serum.
Therapie:
Antihistaminika zur Schleimhautabschwellung (wenn nötig).
Gewöhnlich verschwinden die Symptome nach 5 Tagen, das
Frettchen bleibt immun für etwa 5 Wochen.
Tollwut
Ätiologie:
Durch den Rhabdo-Virus verursachte, akute, meist tödlich
endende, weltweit verbreitete Infektionskrankheit.
Symptome:
In der Mehrzahl der Fälle rasende Tollwut. Exzitationsstadium,
aggressives Verhalten dem Menschen gegenüber. Ob die stille
Tollwut bei Marderartigen vorkommt, ist, jedenfalls aus der
freien Wildbahn, nicht bekannt.
Diagnose:
Immunofluoreszenz, histologischer Nachweis der Negri-
Körperchen, eventuell Tierversuch.
Differentialdiagnose:
Nervöse Staupe, Thiaminmangel, Amyloidose, andere entzündliche
Prozesse am ZNS, schliesslich Fremdkörper in der Maulhöhle und
im Schlund.
Therapie:
Verboten.
Prophylaxe:
Impfung mit einem für Frettchen geeignetem Impfstoff,
Revakzinierung in jährlichen Zeitabständen.
Infektion mit dem IBR-Virus
Der Erreger der infektiösen bovinen Rhinotracheitis (IBR) kann
beim Frettchen akute und chronische Infektionen der Atemwege
hervorrufen.
Ätiologie:
IBR-Virus, ein Herpesvirus, das durch Fütterung von
ungekochtem Eingeweide vom Rind auf Frettchen bertragen wird.
Symptome:
Nach einer Inkubationszeit von 3 bis 7 Tagen Niesen, Husten,
schleimig-blutiger Ausfluss aus der Nase, eitrige Pharyngitis,
Anorexie.
Therapie:
Unbekannt