Tuberkulose
Ätiologie:
Mycobacterium bovis. Die Frettchen sind hochempfänglich für
diesen Typ. Die beiden anderen Typen M.tuberculosis und
M.avium spielen in der Pathogenese der Tuberkulose beim
Frettchen ebenfalls eine Rolle. Als Infektionsquelle kommen
Milch und ungekochte Fleischabfälle, insbesondere rohes
Hühnerfleisch, sowie Ausscheidungen von Vögeln in Frage.
Symptome:
Abmagerung, Durchfall. Im Spätstadium kommt oft eine Paralyse
der Nachhand hinzu.
Diagnose:
Bei Verdacht Tuberkulinprobe (Thermalreaktion). Die
intrakutane Tuberkulinprobe ist nicht aussagekräftig. Manchmal
können die vergrösserten Mesenteriallymphknoten ertastet
werden. Erregernachweis aus veränderten Organen, vor allem bei
der Sektion.
Therapie:
Keine; Ausmerzung! Ansteckungsgefahr für andere Tiere und den
Tierhalter!
Botulismus
Ätiologie:
Gefährliche Futtermittelintoxikation, durch Aufnahme des
neurotropen Toxins von Clostridium botulinum, die durch
fortschreitende Lähmung der motorischen Muskulatur
charakterisiert ist. Das Frettchen ist gegen die Typen A, B
und E recht widerstandsfähig, dagegen in hohem Masse für den
Typ C empfänglich.
Symptome:
12 bis 96 Stunden nach Aufnahme des Toxins kommt es zu
Speicheln, Atemnot, Paralyse der Muskulatur und schliesslich
zum Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur.
Therapie:
Keine
Prophylaxe:
Die Schutzimpfung ist angezeigt, wenn Gefahr besteht, dass die
Tiere sich infizieren können.
Salmonellose
Ätiologie:
Die Erreger sind verschiedene Salmonella-Typen, besonders
S.typhimurium und S.enteritidis. Häufigste Infektionsquelle
ist kontaminiertes Futter, die Ansteckung wird durch
Verfüttern von rohen Geflügelinnereien begünstigt. Die
Infektion wird jedoch nicht häufig beim Frettchen beobachtet.
Symptome:
Akute Gastroenteritis mit schleimigem und blutigem Durchfall,
Inappetenz, Vomitus, Fieber, Dehydration, Abmagerung,
Conjunctivitis.
Diagnose:
Erregernachweis im Kot, Resistenzbestimmung.
Therapie:
Chloramphenicol.
Prognose:
Zweifelhaft.
Pasteurellose
Ätiologie:
Die Infektion wird durch Pasteurella multocida hervorgerufen.
Pasteurellose ist in erster Linie eine Krankheit der
Nagetiere und Hasenartigen. Sie wird durch den direkten
Kontakt mit den infizierten Tieren, durch Futter (Nagetiere,
Küken) oder auch durch Ektoparasiten übertragen.
Symptome:
Fieber, Fressunlust, Durchfall, Atemnot, serös-purulenter
Nasenausfluss, klonisch-tonische Krämpfe, schleichender Gang,
Ataxie, Apathie und rascher Verlauf des Krankheitprozesses.
Diagnose:
Nachweis der Erreger im Blut während der septikämischen Phase
oder post mortem aus Organen.
Therapie:
Im Hinblick auf den raschen Verlauf sollten Antibiotika
parenteral verabreicht werden. Wenn ein Antibiogramm noch
nicht zur Verfügung steht, empfiehlt es sich, Erythromycin 10
bis 20 mg/kg KGW i.m., weiter Sulfamethazin und / oder
Tetracyclin zu verabreichen.
Prognose:
Fraglich.
Leptospirose
Ätiologie:
Fieberhafte Infektionskrankheit. Der Erreger ist vornehmlich
Leptospira icterohaemorrhagiae. Die Übertragung erfolgt durch
Nager über verseuchtes Futter sowie Mäuse oder Hundeharn. Die
Inkubationszeit beträgt 3 Tage bis 12 Monate.
Symptome:
Inappetenz, Vomitus, Apathie, Conjunctivitis, Icterus,
Nachhandparese.
Diagnose:
Aus dem klinischen Bild, Harnbefund, serologischer
Antikörpernachweis im Speziallabor.
Therapie:
In frühen Stadien Antibiotika, wobei das Mittel der Wahl eine
Penicillin-Streptomycin Kombination ist, die aber gelegentlich
beim Frettchen zu Unverträglichkeitserscheinungen führen kann.
Versuch mit Streptomycin 2mal täglich 10mg/kg KGW, über 4 bis
6 Tage, mit nichtlebertoxischen Breitbandantibiotika wie
Ampicillin (3mal tgl. 30 mg/kg KGW), eventuell auch
Prednisolon 5 bis 10 mg/kg KGW. Andere Antibiotika wie
Tetracyclin sind weniger wirksam und entwickeln zudem eine
immunsuppressive Nebenwirkung. Weiterhin
Vollelektrolytlösungen (20 bis 50 ml/kg KGW) s.c., künstliche
Ernährung mit Boviserin, Nutrical, Biosorb.
Prognose:
Fraglich.
Prophylaxe:
Schutzimpfung.
Milzbrand
Ätiologie:
Infektionskrankheit, zumeist septikämisch verlaufend, durch
Bacillus anthracis verursacht.
Symtpome:
Keine. Plötzlicher Exitus 3 bis 8 Tage nach Fütterung mit
milzbrandigem (Pferde-) Fleisch.