15. HAUT UND ANHANGORGANE
Alopezie
Ätiologie:
Hormonelle und alimentäre Ursachen, Dermatitis, Hautmykose, Biotinmangel, Zinkmangel, gelegentlich Flohbefall.

Symptome:
Bilateraler symmetrischer Haarausfall am Schwanz und ventralen Abdomen ist bei Fähen im Östrus fast normal und tritt auch bei Rüden während der Deckperiode auf. Nach einem erfolgreichen Deckakt und dem Ende der Ranzzeit, wachsen die Haare wieder nach. Ein Überschuss an Avidin oder auch Mangel an Biotin kann einen flächenhaften Haarausfall verursachen. Die Alopezie ist in jedem Falle, mit Ausnahme des Haarwechsels im Frühjahr und Herbst, ein sekundärer Befund.

Therapie:
Abstellen der Ursachen, bei ernährungsbedingter Alopezie 5 bis 10% der täglichen Futtermenge durch rohe Leber ersetzen. Vorübergehend, weniger als 3 Wochen.

Dermatitis
Ätiologie:
Hautentzündung, bei der auch die tieferen Schichten (Kutis) einbezogen sind. In der Regel wird sie durch Verletzungen verschiedenster Art hervorgerufen. Wie schon früher erwähnt ist hier wieder der Nackenbiss anzuführen. Werden die Frettchen ständig paarweise gehalten, so führen die sehr häufigen Paarungen auch zu Verletzungen im Nackenbereich der Fähe.

Symptome:
Kreisrunde, etwa fünffrankenstückgrosse Hautbezirke, die bakteriell infiziert sein können (Pyodermia superficialis).

Diagnose:
Aus der Anamnese und den klinischen Symptomen; gegebenenfalls Resistenzbestimmung der Keime.

Therapie:
Behandlung der Hautveränderung bei bakteriell bedingter Infektion nach dem Ergebnis der Resistenzbestimmung. Trennung der Paare und Einzelhaltung der Fähe.

Prognose:
Gut.

Prophylaxe:
Paarweise Haltung nur in der Ranzzeit zum Decken. Nach dem Deckakt Trennung der Geschlechter.

Analbeutelveränderungen
Bei Frettchen kommen gelegentlich Veränderungen an den Analbeuteln vor. Von besonderer Bedeutung kann hier der Befall der Analbeutel mit Haarwürmer in grosser Anzahl, Capillaria paranalis sein. Betroffen werden junge und erwachsene Tiere beiderlei Geschlechts.

Symptome:
Eitrige und nichteitrige Entzündung, Belecken der Analgegend, manchmal Ausfluss aus den Analbeutelöffnungen.

Diagnose:
Palpation, Sondierung mit der Knopfkanüle, eventuell Nachweis der Eier im Analdrüsensekret.

Therapie:
Versuchsweise lokale Behandlung mit Lotagen (Spülung), Instillation von z.B. Panolog, meistens wird aber eine chirurgische Exstirpation der Analbeutel nicht zu umgehen sein.

Hautausdünstung
Der artspezifische Geruch des Frettchens wird vom Tierhalter oft als Geruchsbelästigung empfunden und ist im wesentlichen der Grund, dass von den Tierhaltern an den Tierarzt der Wunsch herangetragen wird, die Analbeutel beim Frettchen entfernen zu lassen. Der Tierhalter ist dann dahingehend aufzuklären, dass der Körpergeruch beim Frettchen nur zum Teil von dem Analdrüsensekret stammt. Einen wesentlichen Anteil an seiner Entstehung haben die Hautdrüsen, deren Ausdünstungen durch eine Analbeutelexstirpation nicht verhindert werden können. Ausserdem ist die Analbeutelexstirpation aus ethischen Gründen nur bei einer tierärztlichen Indikation zulässig.

Sinnesorgane
Am Auge und Ohr können beim Frettchen Veränderungen wie Conjunctivitis, Keratitis, Katarakte, Otitis externa und media, sowie Ohrräude auftreten.

Diagnostik und Therapie:
Wie bei kleinen Haustieren.