Symptome:
Bilateraler symmetrischer Haarausfall am Schwanz und ventralen
Abdomen ist bei Fähen im Östrus fast normal und tritt auch bei
Rüden während der Deckperiode auf. Nach einem erfolgreichen
Deckakt und dem Ende der Ranzzeit, wachsen die Haare wieder
nach. Ein Überschuss an Avidin oder auch Mangel an Biotin kann
einen flächenhaften Haarausfall verursachen. Die Alopezie ist
in jedem Falle, mit Ausnahme des Haarwechsels im Frühjahr und
Herbst, ein sekundärer Befund.
Therapie:
Abstellen der Ursachen, bei ernährungsbedingter Alopezie 5 bis
10% der täglichen Futtermenge durch rohe Leber ersetzen.
Vorübergehend, weniger als 3 Wochen.
Dermatitis
Ätiologie:
Hautentzündung, bei der auch die tieferen Schichten (Kutis)
einbezogen sind. In der Regel wird sie durch Verletzungen
verschiedenster Art hervorgerufen. Wie schon früher erwähnt
ist hier wieder der Nackenbiss anzuführen. Werden die
Frettchen ständig paarweise gehalten, so führen die sehr
häufigen Paarungen auch zu Verletzungen im Nackenbereich der
Fähe.
Symptome:
Kreisrunde, etwa fünffrankenstückgrosse Hautbezirke, die
bakteriell infiziert sein können (Pyodermia superficialis).
Diagnose:
Aus der Anamnese und den klinischen Symptomen; gegebenenfalls
Resistenzbestimmung der Keime.
Therapie:
Behandlung der Hautveränderung bei bakteriell bedingter
Infektion nach dem Ergebnis der Resistenzbestimmung. Trennung
der Paare und Einzelhaltung der Fähe.
Prognose:
Gut.
Prophylaxe:
Paarweise Haltung nur in der Ranzzeit zum Decken. Nach dem
Deckakt Trennung der Geschlechter.
Analbeutelveränderungen
Bei Frettchen kommen gelegentlich Veränderungen an den
Analbeuteln vor. Von besonderer Bedeutung kann hier der Befall
der Analbeutel mit Haarwürmer in grosser Anzahl, Capillaria
paranalis sein. Betroffen werden junge und erwachsene Tiere
beiderlei Geschlechts.
Symptome:
Eitrige und nichteitrige Entzündung, Belecken der Analgegend,
manchmal Ausfluss aus den Analbeutelöffnungen.
Diagnose:
Palpation, Sondierung mit der Knopfkanüle, eventuell Nachweis
der Eier im Analdrüsensekret.
Therapie:
Versuchsweise lokale Behandlung mit Lotagen (Spülung),
Instillation von z.B. Panolog, meistens wird aber eine
chirurgische Exstirpation der Analbeutel nicht zu umgehen
sein.
Hautausdünstung
Der artspezifische Geruch des Frettchens wird vom Tierhalter
oft als Geruchsbelästigung empfunden und ist im wesentlichen
der Grund, dass von den Tierhaltern an den Tierarzt der Wunsch
herangetragen wird, die Analbeutel beim Frettchen entfernen zu
lassen. Der Tierhalter ist dann dahingehend aufzuklären, dass
der Körpergeruch beim Frettchen nur zum Teil von dem
Analdrüsensekret stammt. Einen wesentlichen Anteil an seiner
Entstehung haben die Hautdrüsen, deren Ausdünstungen durch
eine Analbeutelexstirpation nicht verhindert werden können.
Ausserdem ist die Analbeutelexstirpation aus ethischen Gründen
nur bei einer tierärztlichen Indikation zulässig.
Sinnesorgane
Am Auge und Ohr können beim Frettchen Veränderungen wie
Conjunctivitis, Keratitis, Katarakte, Otitis externa und
media, sowie Ohrräude auftreten.
Diagnostik und Therapie:
Wie bei kleinen Haustieren.