17. VERDAUUNGSORGANE
Zahnsteinbefall und Zahnfleischerkrankungen
Frettchen verletzen sich oft das Gebiss durch Benagen der Metallteile ihrer Behausung. Öfters wird auch ein starker Zahnsteinbefall diagnostiziert, der u.a. auf Fütterung mit pelletiertem Futter zurückgeführt wird. Der Zahnstein kann in Sedation entfernt werden. Nicht selten wird Gingivitis beobachtet, die teils therapieresistent ist, teils aber spontan abheilen kann. Gelegentlich bilden sich Abszesse in der Maulhöhle, die nach den allgemeinen Prinzipien behandelt werden. Auch Sekundärsymtom bei schlechtem Allgemeinbefinden.

Fremdkörper im Maul und Schlund
Bei der Fütterung der Frettchen mit Fleischabfällen, die Knochensplitter und Knorpelfragmente enthalten, kann es gelegentlich zum Festklemmen eines Fremdkörpers zwischen den Zähnen oder im Schlund oder auch eines Trachealringes um die Zunge kommen.

Symptome:
Plötzlich oder nach der Fütterung Unruhe, die sich zur Tobsucht steigern kann, vermehrte Aggressivität, Speichelfluss.

Therapie:
In Narkose den Fremdkörper manuell entfernen.

Magengeschwüre
Magenulcera, verursacht durch Stress, Haltung in unnatürlicher Umgebung.

Enteritis
Darmentzündung, Darmkatarrh. Enteritis wird im Verlauf von verschiedenen Erkrankungen beobachtet, kann aber auch isoliert auftreten. Die häufigste Ursache ist z.B. das Verfüttern von Milch und Brot. Nicht selten wird durch Gaben von Neomycin und Kaolin ein Durchfall provoziert.

Proliferative Colitis
Ätiologie:
Wuchernde Entzündung des Dickdarmes. Die Krankheit tritt meistens in der warmen Jahreszeit auf und befällt vornehmlich Frettchen im Alter von ca. 6 Monaten. Männliche Tiere erkranken etwa doppelt so häufig wie weibliche.

Symptome:
Blutiger Durchfall, Inappetenz. Abnahme des Körpergewichts.

Prognose:
Ungünstig.

Prophylaxe:
Keine Küken oder andere Geflügelschlachtabfälle roh verfüttern. (Campylobacter fetus subsp.jejuni).