24. MUTTERLOSE AUFZUCHT
Obwohl sehr arbeits- und zeitintensiv, ist die künstliche
Aufzucht von Frettchen lohnend und auch durchaus erfolgreich.
Nackte (2 Tage alte) oder wenig behaarte (bis zu 10 Tage alte)
Welpen sind kälteempfindlich. Als Muttermilchersatz wird
Kuhmilch, später angereichert mit Boviserin und einem
Vitaminpräparat 8 bis 10mal gereicht, mit einer achtstündigen
Nachtruhe.
Anfangs werden täglich etwa 25 bis 30% der Körpermasse
angeboten, später wird die angebotene Futtermenge
zurückgenommen. Die Jungtiere trinken in kleinen Portionen,
nicht in einem Zug. Die Nahrung wird mit einer Pipette
verabreicht, später aus kleinen Flaschen mit sehr kleinen
Saugöffnungen.
Vor jeder Mahlzeit erfolgt die Analmassage mit einem
angefeuchteten Läppchen oder Zellstoff. Der Milchkot ist
hellgelb, fest und perlenartig. Mit Beginn der 4. Lebenswoche
kann mageres, feingeschabtes Fleisch mit einem 4 prozentigen
Zusatz eines Vitamin- Mineralstoffgemisches zugefüttert
werden. Die Zahl der Mahlzeiten wird auf 5 begrenzt, die
Nachtruhe verlängert. Im Alter von 5 bis 6 Wochen erfolgt die
Umstellung auf feste Kost. Zu diesem Zeitpunkt wird der Kot
dunkler und breiiger. Milch kann bis zum Alter von 8 Wochen
gegeben werden.