6. ANATOMIE
Frettchen sind kleine fleischfressende Raubtiere (Carnivora), die in der Körperform zwischen Wiesel und Marder liegen.

Die Körperlänge liegt beim Rüde zwischen 35 und 45 cm, die der Fähe zwischen 25 und 35 cm. Die Rute erreicht nicht die halbe Körperlänge. Das Körpergewicht ist sowohl geschlechts wie auch jahreszeit abhängig und schwankt zwischen 1 und 2 kg beim Rüden, und 500g bis 1,2 kg bei der Fähe. Die Körperhöhe erreicht 12 bis 18 cm. Die relativ kurzen Läufe haben fünf längere Zehen, mit nicht zurückziehbaren Krallen. Das Frettchen ist Sohlengänger. Der Kopf ist rundlich, nach vorn spitzer werdend. Augen und Nase sind relativ klein, die Ohrmuscheln rundlich bis etwas dreieckig, mit für Musteliden typischen Ohrtaschen (Marderfalte). Das Iltisfrettchen zeigt die typische Gesichtsmaske. In der Netzhaut der Augen sind die Zapfen nur schlecht ausgebildet, das Frettchen kann nur wenig farbsehen.

Der Schädel und die Hirnmasse sind etwas geringer als beim wildlebenden Iltis. Im Oberkiefer sind auf jeder Seite drei kleine Schneidezähne I1-3 (Incisivi), ein Eckzahn C (Caninus), drei Vorbackenzähne P1-3 (Praemolares), und ein Backenzahn M1 (Molar) vorhanden. Im Unterkiefer sind auf jeder Seite drei Schneidezähne I1-3, ein Eckzahn C, drei Vorbakenzähne P1-3 und zwei Backenzähne M1-2 zu finden.

Die Zahnformel des Frettchens:

3 1 3 1
--------- =34
3 1 3 2

Die kurzen Läufe und der sehr geschmeidige Körper geben dem Frettchen eine enorme Beweglichkeit. Der Kopf kann fast um 180 Grad gedreht werden, da nur eine Zentralarterie im Halsbereich angelegt ist. Im Schultergürtel fehlt das Schlüsselbein (clavicula). Die Wibelsäule setzt sich aus 7 Halswirbel (cervicales), 14 Brustwirbel (thoracales), 6 Lendenwirbel (lumbales), 3 Kreuzbeinwirbel (sacrales), 14-18 Schwanzwirbel (caudales), und aus 15 Rippen (costae) zusammen.

Beim Rüden findet man den charakteristischen Penisknochen (Os priapi), beim ausgewachsenen Tier etwa 40mm lang. Die Geschlechtsöffnung (Präpulium) liegt etwa in Nabelhöhe, die Hoden steigen in der Ranzzeit in das Scrotum ab.

Bei der Fähe liegt die Vulva dicht vor dem Anus. Es sind vier Zitzenpaare vorhanden, die bei brünstigen Fähen deutlich hervor treten. Die Geschlechter sind leicht am Anogenitalabstand zu erkennen.

Die mehrlappige, langgestreckte Lunge bedeckt zum Teil das Herz, dessen Masse geringer ist als die des Iltis. Der Magen des Frettchens ist einhöhlig, der Darm nur etwa 180 bis 220 cm lang. Der Blinddarm (caecum) fehlt. Am Enddarm sind paarige Analdrüsen ausgebildet. Das Sekret der Analdrüsen (Mustelin) bedingt teilweise den artspezifischen Geruch, zusammen mit anderen Körperdrüsen. Die Schweissdrüsen sind schlecht entwickelt, Temperaturen über 32C führen zu Hitzschlaganfälligkeit.